
Bluthochdruck - Gefahr für Herz und Gefäße
Ein zu hoher Blutdruck ist in der deutschen Bevölkerung weit verbreitet: Ungefähr 20 Millionen Menschen leiden hierzulande an Hypertonie. Man geht zudem von einer großen Dunkelziffer aus, denn circa jeder Fünfte weiß gar nicht, dass der persönliche Blutdruck nicht im Normalbereich liegt. Dabei stellt vor allem ein unbehandelter Bluthochdruck, welcher über einen längeren Zeitraum besteht, den Hauptrisikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Neben den Gefäßen und vielen Organen wird insbesondere das Herz stark belastet.
Bluthochdruck: Belastung für das Herz
Ist der Blutdruck zu hoch, werden nach und nach die Gefäße geschädigt. Das Herz muss das Blut mit mehr Kraft durch den Körper pumpen, um alle Zellen mit ausreichend Energie zu versorgen. Diese Dauerbelastung des Herzens schwächt das Herz-Kreislauf-System und erhöht das Risiko für einen Herzinfarkt sowie Schlaganfall und begünstigt Erkrankungen wie Herzschwäche oder Herzrhythmusstörungen. Da Hypertonie meist schleichend und ohne Beschwerden verläuft, erkennt man die Erkrankung häufig viel zu spät.
Wer sein Herz gesund halten möchte, sollte deshalb den Blutdruck bestimmen lassen. Das geht im Rahmen eines Check-Ups in der hausärztlichen Praxis oder auch in der Apotheke vor Ort. Langfristig kann der Blutdruck auch zu Hause mit einem geeigneten Messgerät kontrolliert werden. Blutdruckwerte unter 120/70 mmHg gelten als gesund und sind wichtig für ein starkes Herz. Liegen die Werte regelmäßig über 140/90 mmHg, sind in der Regel blutdrucksenkende Medikamente notwendig. Der Bereich dazwischen muss individuell betrachtet werden.
Bei einer leichten Form der Hypertonie können gezielte Anpassungen im Lebensstil den Blutdruck wieder in den Normalbereich bringen. Was bei einer Blutdruckmessung zu Hause beachtet werden sollte und was typische Risikofaktoren für einen hohen Blutdruck sind, erfahren Sie im Ratgeber Gesunder Blutdruck: Werden Sie selbst aktiv!

Gut zu wissen: Diese Medikamente können den Blutdruck erhöhen
Einige beliebte Arzneimittel, die ohne Rezept in der Apotheke erworben werden können, sollte man bei Bluthochdruck nicht einnehmen. Das gilt vor allem für Betroffene, bei denen der Blutdruck nicht gut eingestellt oder deutlich zu hoch ist. Dazu gehören Schmerzmittel wie Ibuprofen und Diclofenac sowie bestimmte Erkältungs-Kombinations-Präparate mit den Wirkstoffen Doxylamin, Ephedrin oder Pseudoephedrin. Informieren Sie am besten bei jedem Beratungsgespräch in der Apotheke das Personal darüber, dass Sie unter Bluthochdruck leiden. So findet sich schnell ein geeignetes Präparat.
Ernährung: Salz reduzieren und auf Pflanzen setzen
Um die Gesundheit des Herzens möglichst lange aufrechtzuerhalten, muss der Blutdruck wieder in den Normalbereich. Dabei kann ein Blick auf die persönlichen Ernährungsgewohnheiten helfen. Wichtig ist eine salzarme Kost. Das bedeutet, dass die Menge an Speisesalz, die täglich aufgenommen wird, nicht höher als drei bis fünf Gramm liegen sollte. Das entspricht in etwa einem Teelöffel. Große Mengen Salz verstecken sich vor allem in Fertiggerichten, Chips, Wurst, bestimmten Käsearten sowie gesalzenen Nüssen. Wer regelmäßig mit frischen Zutaten kocht, ist deshalb auf der sicheren Seite. So kann man die Salzmenge selbst steuern und mit Kräutern und Gewürzen den Geschmack abrunden.

Auch kaliumreiche Lebensmittel wie Spinat, Bananen, Hülsenfrüchte oder Karotten können blutdruckregulierend wirken. In Gemüse und Obst stecken zudem viele sekundäre Pflanzenstoffe, die einen ähnlichen Effekt erzielen können. Aronia-, Heidel- oder Brombeeren sowie Kakaobohnen enthalten zum Beispiel Flavonoide, die womöglich einen positiven Einfluss auf den Blutdruck haben. L-Arginin spielt bei der Blutdruckregulation eine wichtige Rolle und kommt natürlicherweise in eiweißhaltigen Lebensmitteln wie Hülsenfrüchten, Fisch und Nüssen vor. Rote Bete und Grünkohl gelten als nitratreich und können auch bei der Vorbeugung von Bluthochdruck helfen.
Eine mittlerweile gut untersuchte Ernährungsform für Menschen mit Hypertonie ist die Mittelmeerdiät. Die setzt vor allem auf Pflanzen, hochwertige Öle sowie Fisch. Nur gelegentlich kommen Milchprodukte und Fleisch auf den Tisch. Zusätzlich liegt der Schwerpunkt auf einer frischen Zubereitung und auf dem Verzehr von möglichst unverarbeiteten, natürlichen Lebensmitteln. Nehmen Sie bereits blutdrucksenkende Medikamente ein, können diese neuen Ernährungsgewohnheiten einen unterstützenden Effekt haben. Sollte sich der Blutdruck mit der Zeit verbessern, muss die Dosierung zusammen mit dem Arzt oder der Ärztin angepasst werden.
Vorsicht ist auch bei vermeintlichen Genussmitteln geboten:
Nikotin und Alkohol haben einen blutdrucksteigernden Effekt. Untersuchungen zufolge sinkt der Blutdruck bereits nach einer Woche, sollte ein kompletter Rauchstopp erfolgen. Energy-Drinks oder Kaffeegetränke mit Coffein können den Blutdruck kurzzeitig anheben, sind aber in Maßen unproblematisch.
Es lebe der Sport: Mit Bewegung gegen Bluthochdruck
Ob intensive Trainingseinheiten oder einfache Alltagsbewegung: Der Blutdruck dankt es. Wichtig ist eine bestimmte Regelmäßigkeit. Die Bewegung sollte mehrmals die Woche für mindestens 30 Minuten erfolgen und kann an das jeweilige Trainingslevel angepasst werden. Empfehlenswert sind leichte Ausdauersportarten wie Schwimmen, Laufen oder Radfahren, bei denen man gar nicht an die Belastungsgrenze gehen muss.
Wer bereits fit ist, sollte vor allem auf Regelmäßigkeit achten und die Bewegung wieder im Alltag priorisieren, um das Herz gesund zu halten. Gleichzeitig kann dadurch Alltagsstress reduziert werden. Hier sind vor allem Atemübungen und Sportarten wie Yoga, Pilates oder Meditation sinnvoll.

Außerdem helfen die blutdrucksenkenden Ernährungs- und Sportgewohnheiten dabei, Normalgewicht anzustreben. Übergewicht stellt einen Risiko für Bluthochdruck dar, wobei vor allem das Bauchfett eine negative Rolle spielt. Es fördert zum einen Entzündungen im Körper und produziert bestimmte Stoffe, die den Blutdruck ansteigen lassen.